Erkelenz – Holzweiler | DIEK

Holzweiler ist ein ländlich geprägter Stadtteil von Erkelenz, der in unmittelbarer Nähe zum Tagebau Garzweiler liegt. Das Besondere an Holzweiler ist, dass das Dorf ursprünglich dem Tagebau weichen sollte und keine Zukunft hatte. Mit der Leitentscheidung 2016 bleibt Holzweiler bestehen und wird in naher und ferner Zukunft sehr unterschiedliche Etappen durchlaufen.

Die erste Etappe der Dorfinnenentwicklung bedeutet eine Stärkung des Dorfes in sozialer, wirtschaftlicher und funktionaler Hinsicht. Der Leitsatz ‚Unser Dorf kann mehr als es zunächst schien‘ gibt Ansporn und setzt neue Impulse zur Stärkung des Dorfzusammenhaltes.

Die Bürgerwerkstätten haben bestätigt, dass der heranrückende Tagebau Fluch und Segen zugleich sein kann. Die vielen Vorschläge, sowohl den notwendigen Schutz gegenüber der gewachsenen Dorflage zu betonen, als auch im Schutzwall und punktuellen Öffnungen Chancen für touristische und gezielte Freizeitaktivitäten zu aktivieren, zeigen die hohe Dynamik auf, die in 5 bis 20 Jahren auf Holzweiler einwirken: ‚Packen wir es an und unser Dorf mit Grün ein‘.

Wenn der Tagebau in einigen Jahrzehnten beendet ist, ergeben sich völlig neue Perspektiven mit einem dann hoffentlich schönen Seeufer, aufgelockerten Grünflächen einer touristisch attraktiven Parklandschaft, die im unmittelbaren Umfeld neue wirtschaftliche Aktivitäten entfalten lässt.

Auch heute schon muss man einige Bedingungen dafür schaffen, dass die Entwicklungen in geordneten Bahnen verlaufen, das alte Dorf durch die Entwicklungen am Rand nicht belastet werden, Optionen für vielfältige Nutzungsaktivitäten zulassen und somit Holzweiler als zukunftsfähigen Teil des Garzweiler Sees werden lässt. Andere Beispiele aus ähnlich dynamischen Region zeigen, dass eine langfristige Orientierung, ein starkes städtebauliches und freiraumplanerisches Gerüst benötigen.

Das Dorfinnenentwicklungskonzept für Holzweiler hat mit den drei Entwicklungsstrategien für unterschiedliche Zeiträume die Möglichkeit robuste aber im Einzelnen durchaus flexible Perspektiven für die jeweiligen Jahrzehnte darzustellen.

Masterpläne

In zwei Bürgerwerkstätten und einem Dorfrundgang wurden fünf Handlungsfelder mit vielseitigen Projekten für die zukünftige Entwicklung von Holzweiler erarbeitet:

  1. Gemeinschaft und soziale Infrastruktur
    • Dorfforum Holzweiler
    • Bürgerhaus
    • Heimatmuseum
    • Sanierung Sporthalle und Außenanlagen
    • Neue Aktivitäten und Veranstaltungen
    • ‚Wissensbörse‘
  2. Öffentlicher Raum und Verkehr
    • Neugestaltung Dorfmitte
    • Neugestaltung Dorfstraßen
    • Neugestaltung Ortseingänge
    • Stärkung Mobilität
    • ‚Schleichwege‘-Konzept
  3. Landschaft und Freizeitgestaltung
    • Zukunftsvision Tagebaulandschaft – ‚Grüngürtel‘-Konzept
    • Stärkung Sportplatz
    • Aufwertung innerer Grünflächen
    • Ausbau Fuß- und Radwegenetz
  4. Bauen, Wohnen und Energie
    • Altbausanierung ortstypischer Gebäude
    • Bauland aktivieren / neues Bauland schaffen
    • Neue Wohnformen / gemeinschaftliches Wohnen
    • Energetisches Bauen
    • Projektgruppe Tagebaueinflüsse
  5. Landwirtschaft, Gewerbe und Versorgung
    • Stärkung Nahversorgung – Dorfladen
    • Wohnen und Arbeiten im Dorf
    • Umstrukturierung landwirtschaftlicher Hofstellen

Bürgerhaus

Die ehemalige Schule ist eine bedeutende Infrastruktureinrichtung für Holzweiler und wird intensiv genutzt. Das Gebäude soll saniert und zukunftsfähig aufgestellt werden. Die obige Perspektive zeigt einen Anbau an die ehemalige Schule für die Nutzung als Bürgerhaus mit Dorfladen, Café und Heimatmuseum. Der vorgelagerte Schulhof wird zum attraktiven öffentlichen Raum mit Gestalt- und Aufenthaltsqualität. Für das Projekt Dorfladen gibt es bereits eine Arbeitsgruppe.

Dorfmitte 1

Entlang der zentralen Dorfachse konzentrieren sich alle wichtigen Punkte des sozialen Miteinanders in Holzweiler. Die Aneinanderreihung von Plätzen mit unterschiedlichem Charakter soll durch verschiedene Maßnahmen wiederbelebt werden. Im engeren Bereich um die Kirche herum nimmt der Verkehr durch barrierefreie Umgestaltung eine untergeordnete Rolle ein. Durch die Schaffung von Aufenthaltsbereichen wird die Qualität als zentraler Treffpunkt gestärkt.

Perspektive Zukunftsvision Tagebaulandschaft

Im Workshop ‚Tagebaufolge(n)landschaft‘ des Zweckverbands Garzweiler mit den vier Kommunen Mönchengladbach, Erkelenz, Jüchen und Titz wurde 2016 angeregt, die negativen Folgen des Tagebaus zu mindern und eine gemeinsame und interkommunale Raumentwicklungsperspektive zu schaffen. Die Idee ist, den Tagebau in ein grünes und vielschichtiges Band aus Gärten, Parks und Radschnellwegen einzubetten. Der ‚Grüngürtel‘ soll zeitnah angelegt und mit Aktivitäten belebt werden. Im Norden von Holzweiler dient ein Aussichtspunkt als Impuls für neue Sport- und Freizeitaktivitäten am Tagebau bzw. am See.

Dorfforum Holzweiler

Das Dorfforum Holzweiler mit ‚Wir in Holzweiler‘ als Zukunftsinitiative ist das Schlüsselprojekt die erfolgreiche Umsetzung des Dorfinnentwicklungskonzeptes. Es dient der Wiederherstellung eines lebendigen und lebenswerten Dorfes. Das Dorfforum übernimmt eine stellvertretende Rolle für die Dorfbewohnerschaft im Prozess der Dorfinnenentwicklung und erarbeitet bzw. konkretisiert Projektideen in Arbeitsgruppen.